"Gedanken sind die Proben zu Handlungen." (Freud)

Psychotherapie

Psychotherapie ist das gezielte Behandeln einer psychischen Erkrankung oder psychischer Folgen körperlicher Erkrankungen mit Hilfe verbaler Interventionen oder übender Verfahren auf der Grundlage einer therapeutischen Arbeitsbeziehung. Dabei werden wissenschaftlich anerkannte Methoden angewendet. Psychologische Verfahren, die nicht die Diagnose und Heilung von psychischen Störungen zum Gegenstand haben, wie z.B. Probleme der Lebensführung, werden dem Bereich der beratenden Psychologie zugeordnet.

Im Rahmen der psychoanalytisch begründeten Verfahren (der analytischen Psychotherapie und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie) findet eine Auseinandersetzung mit unbewussten, in der Lebensgeschichte, meist in der Kindheit grundgelegten Motivationen und Konflikten statt. Das Ziel ist hierbei, ein tieferes Verständnis des eigenen Selbst zu erreichen sowie Hintergründe und Ursachen von bestehendem Leid zu klären, damit dieses aufgelöst oder abgeschwächt werden kann.

Die wissenschaftlich anerkannte Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) ist eine modifizierte Anwendungsform der Psychoanalyse in einem zeitbefristeten und fokussierendem Setting, das in Deutschland vom Gemeinsamen Bundesausschuss sozialrechtlich zur Abrechnungsfähigkeit gesetzlicher Krankenkassen anerkannt wird. Aus Sicht der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie stehen psychische und psychosomatische Symptome mit zumeist unbewussten innerseelischen Konflikten sowie damit verbundenen Beziehungserfahrungen aus früheren oder aktuellen Lebenssituationen in Verbindung. Vor dem Hintergrund einer tragfähigen therapeutischen Beziehung zwischen Patient und und Therapeut werden verdrängte Gefühle aber auch Erinnerungen und Beziehungsmuster bearbeitet. Dadurch können unverständlich erscheinende Gefühle und Handlungsweisen verständlicher werden und ein gesundheitsförderlicher Veränderungsprozess in Gang kommen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel im Sitzen von Angesicht zu Angesicht. Die Dauer einer Therapie liegt in der Regel bei 12-100 Sitzungen. Normalerweise finden die Therapiesitzungen einmal in der Woche statt, die individuelle Taktung richtet sich aber stets nach den Anforderungen des konkreten Falls.

Dieser Artikel basiert auf Beiträgen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.